J.M.W. Turner

Ausstellung: Turner-Preis
Datum: 25 September 2018 – 6 Januar 2019
Museum: Tate Großbritannien

Joseph Mallord William Turner wurde in London in Covent Garden in der Maiden Lane 21 geboren, und zwar Ende April oder Anfang Mai 1775. (Turner selbst behauptete gerne, am 23. April geboren worden zu sein, dem Geburtstag des englischen Nationalheiligen Sankt Georg und gleichzeitig William Shakespeares Geburtstag. Es gibt allerdings keine Belege für diese Behauptung.) Sein Vater William arbeitete als Perückenmacher und Barbier. Wir wissen nur wenig über Turners Mutter Mary (geborene Marshall), außer, dass sie geistig labil war, und sich ihr Zustand durch die tödliche Krankheit von Turners 1783 verstorbener Schwester noch verschlimmerte. Aufgrund der hieraus resultierenden Belastung für die Familie wurde Turner 1785 zu einem Onkel nach Brentford, einer kleinen Marktstadt westlich von London, geschickt. Hier trat Turner auch in die Schule ein. Brentford war die Hauptstadt der Grafschaft Middlesex und verfügte über eine lange Tradition des politischen Radikalismus, die viel später auch in Turners Werk zum Ausdruck kommen sollte. Wichtiger war jedoch, dass die Umgebung der Stadt – die ländliche Gegend der Themse hinunter nach Chelsea und die Landschaft den Fluss hinauf nach Windsor und darüber hinaus – dem jungen Turner geradezu arkadisch vorgekommen sein muss (besonders angesichts der schäbigen Umgebung von Covent Garden) und viel zu seiner späterer Vision einer idealen Welt beigetragen hat.

Turner-self-portrait
Selbstporträt, um 1799. Öl auf Leinwand, 74,3 x 58,4 cm.
Tate Collection, London.

Im Jahr 1788 finden wir Turner in der Schule in Margate, einem kleinen Ferienort an der Themsemündung weit östlich von London. Von diesem Aufenthalt sind einige Zeichnungen erhalten. Sie sind bemerkenswert frühreif, insbesondere hinsichtlich des Verständnisses der Rudimente der Perspektive. Nachdem er seine formale Schulbildung offenbar 1789 abgeschlossen hatte, war Turner in den späten 1780er Jahren wieder in London und arbeitete für verschiedene Architekten oder architektonische Topografen. Zu ihnen zählte Thomas Malton Jr. (1748-1804), dessen Einfluss auf Turners Werk um diese Zeit erkennbar ist.

Turner-Malmsbury Abbey
Enter a captionMalmesbury Abbey, um 1791-1792. Aquarell und braune Tusche auf Papier, 54 x 38,3 cm.
Norwich Castle Museum and Art Gallery, Norwich.

Am 11. Dezember 1789 führte der erste Präsident der Akademie, Sir Joshua Reynolds (1723-1792), höchstpersönlich ein Auswahlgespräch mit Turner und gewährte ihm die Zulassung zu dieser Einrichtung. Die Royal Academy Schools waren zu dieser Zeit die einzige reguläre Kunstschule in ganz Großbritannien. Malerei wurde hier jedoch nicht unterrichtet – sie fand erst 1816 Eingang in den Lehrplan –, sondern die Schüler lernten lediglich Zeichnen, zunächst anhand von Gipsabgüssen antiker Statuen und anschließend, wenn man die Schüler für gut genug hielt, an Aktmodellen. Turner benötigte für diesen Schritt etwa zweieinhalb Jahre. Zu den Gastdozenten und Lehrern der Aktklassen zählten Historienmaler wie James Barry RA (1741-1806) und Johann Heinrich Füssli RA (1741-1825), deren hoch gesteckte künstlerische Ziele den jungen Turner schon bald beeinflussen sollten.

Turner-Clare Hall and King’s College Chapel
Clare Hall und King’s College Chapel, Cambridge, vom Flussufer der Cam, 1793.
Aquarell und Grafit auf mittelstarkem, leicht strukturiertem, cremefarbenem Velinpapier, 20 x 27,6 cm.
Yale Center for British Art, New Haven (Connecticut).

Da Turner in einer Zeit lebte, die noch keine Stipendien für Studenten kannte, musste er sich von Anfang an seinen Lebensunterhalt verdienen. Im Jahr 1790 stellte er erstmals in einer Ausstellung der Royal Academy aus, und mit wenigen Ausnahmen sollte er bis zum Jahr 1850 in all diesen Ausstellungen zeitgenössischer Kunst vertreten sein. In dieser Zeit veranstaltete die Royal Academy jährlich nur eine Ausstellung, sodass sie eine weit größere Bedeutung hatte als ihre heutigen Expositionen, die mit vielen anderen (manche ebenfalls von der Royal Academy organisiert) konkurrieren müssen. Turners lebhafte und innovative Arbeiten heimsten schon bald eine sehr positive Resonanz ein.

Turner-In the Valley Near Vietri
Im Tal in der Nähe von Vietri, um 1794.
Aquarell und Grafit auf mittelstarkem, leicht strukturiertem, cremefarbenem Velinpapier,17,8 x 23,2 cm.
Yale Center for British Art, New Haven (Connecticut).

Anlässlich der Ausstellung der Royal Academy von 1792 erhielt Turner eine Lektion, die seine Kunst schließlich in bis dahin in der Malerei unbekannte Dimensionen des Lichts und der Farbe vorstoßen ließ. Turner wurde besonders von dem Aquarell Das Torhaus der Battle Abbey von Michael „Angelo“ Rooker ARA (1746-1801) beeindruckt, das er zweimal in Wasserfarben kopierte (das Bild Rookers befindet sich heute in der Sammlung der Royal Academy in London, während Turners Kopien Bestandteil des Turner-Nachlasses sind). Rooker hatte es bei der Wiedergabe feiner Tonunterschiede von Mauerwerk zu einer ungewöhnlichen Meisterschaft gebracht (unter Ton wird hier die Abstufung von hell zu dunkel einer gegebenen Farbe verstanden).

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J.M.W. Turner

Exhibition: Turner Prize

Date: 25 September 2018 – 6 January 2019

Venue: Tate Britain, UK

Joseph Mallord William Turner was born at 21 Maiden Lane, Covent Garden, London, sometime in late April or early May 1775. (The artist himself liked to claim that he was born on 23, April which is both the English national holiday, St George’s Day, and William Shakespeare’s birthday, although no verification of that claim has ever been found.) His father, William, was a wigmaker and barber.

Self-Portrait, c. 1799. Oil on canvas, 74.3 x 58.4 cm. Tate Collection, London.

We know little about Turner’s mother, Mary (née Marshall), other than that she was mentally unbalanced, and that her instability was exacerbated by the fatal illness of Turner’s younger sister, who died in 1783. Because of the stresses put upon the family by these afflictions, in 1785 Turner was sent to stay with an uncle in Brentford, a small market town to the west of London.

Turner-Malmsbury-Abbey
Malmsbury Abbey, c. 1791-1792. Watercolour and brown ink on paper, 54 x 38.3 cm. Norwich Castle Museum and Art Gallery, Norwich.

It was here he first went to school. Brentford was the county town of Middlesex, and had a long history of political radicalism, which may have surfaced much later in Turner’s work. But more importantly, the surroundings of the town – the rural stretches of the Thames downriver to Chelsea, and the countryside upriver to Windsor and beyond – must have struck the boy as Arcadian (especially after the squalid surroundings of Covent Garden), and done much to form his later visions of an ideal world.

By 1788 Turner was attending school in Margate, a small holiday resort on the Thames Estuary far to the east of London. Some drawings from this stay have survived and they are remarkably precocious, especially in their grasp of the rudiments of perspective. His formal schooling apparently completed, by 1789 Turner was back in London and working under various architects or architectural topographers. They included Thomas Malton, the younger (1748-1804) whose influence on his work is discernible around this time.

 

Turner-Clare-Hall-and-King’s-College-Chapel
Clare Hall and King’s College Chapel, Cambridge, from the Banks of the River Cam, 1793. Watercolour and graphite on medium, slightly textured, cream wove paper, 20 x 27.6 cm. Yale Center for British Art, New Haven (Connecticut).

On 11 December 1789 the first President of the Royal Academy, Sir Joshua Reynolds (1723-1792), presided over a committee that admitted Turner to its schools. The Royal Academy Schools was then the only regular art training establishment in Britain. Painting was not taught there – it would only appear on the curriculum in 1816 – and students merely learned to draw, initially from plaster casts of antique statuary and then, when deemed good enough, from the nude. It took the youth about two and a half years to make the move. Amongst the visitors or teachers in the life class were history painters such as James Barry RA and Henry Fuseli RA, whose lofty artistic aspirations would soon rub off on the young Turner.

Turner-In-the-Valley-Near-Vietri
In the Valley Near Vietri, c. 1794. Watercolour and graphite on medium, slightly textured, cream wove paper, 17.8 x 23.2 cm. Yale Center for British Art, New Haven (Connecticut).

Naturally, as Turner lived in the days before student grants, he had to earn his keep from the beginning. In 1790 he exhibited in a Royal Academy Exhibition for the first time, and with a few exceptions he went on participating in those annual displays of contemporary art until 1850. In that era the Royal Academy only mounted one exhibition every year, and consequently the show enjoyed far more impact than it does today, swamped as it now is by innumerable rivals (some of the best of which are mounted by the Royal Academy itself). Turner quickly provoked highly favourable responses to his vivacious and inventive offerings. At the 1792 Royal Academy Exhibition Turner received a lesson that would eventually move his art into dimensions of light and colour previously unknown to painting. He was especially struck by a watercolour, Battle Abbey, by Michael Angelo Rooker ARA (1746-1801), and copied it twice in watercolour (the Rooker is today in the Royal Academy collection, London, while both of Turner’s copies reside in the Turner Bequest).

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